Ein wenig Leben – Hanya Yanagihara

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‚Ein wenig Leben‘ von Hanya Yanagihara | Hanser Berlin | 28€ (Hardcover) |

„Ich glaube, der Trick bei Freundschaften besteht darin, Menschen zu finden die besser sind als man selbst…

…nicht klüger, nicht cooler, sondern liebenswürdiger und großzügiger und nachsichtiger – und sie dann für das wertzuschätzen, was sie dir beibringen können, und ihnen zuzuhören, wenn sie dir etwas über dich sagen, ganz egal wie schlecht – oder gut – es ist, und ihnen zu vertrauen, was der schwierigste Teil ist. Aber auch der beste.“

‚Ein wenig Leben‘ heißt der zweite Roman von Hanya Yanagiharas. In ihm steckt nicht weniger als der ganze Kosmos des Lebens (von wegen ein wenig), die dunkelsten Löcher und die hellsten Stellen. Erzählt wird die Geschichte der vier Freunde Jude, Willem, JB und Malcolm. Vier Männer in New York, die sich schon ewig kennen – und irgendwie halt doch nicht. Sie lieben und trauern, sie streiten und versöhnen sich, aber vor allem leben sie ihre Freundschaft.

Jude, dessen grauenhafte Vergangenheit ihm die Fähigkeit zu vertrauen komplett genommen hat, ist der faszinierende Protagonist. Wir folgen ihm auf seinem von Selbstzweifeln und Angst gesäumten Weg in ein – vielleicht? – glückliches Leben. Man fiebert und lebt mit, ist fassungslos und romantisiert, wütend, aufgeregt und heult! Alle zehn Seiten wieder, ganze 957 Seiten lang. Vor Mitleid, vor Glückseligkeit, vor Fremdscham, vor Schmerz, vor grenzenloser Rührung. Dabei möchte man Jude in die Arme nehmen und sagen „Alles wird gut.“ Und das wird es dann auch, auf eine Art. Vielleicht ist das der Trick.



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